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Quantified Self: Schrittzähler waren nur der Anfang

2 years ago by in Technologie, Trends Tagged: , , ,

Die Quantified-Self-Bewegung existiert schon seit einigen Jahren. Doch erst mit dem aufkommendem Internet der Dinge und den immer billigeren Prozessoren und Speicher-Chips wurde der Trend des exzessiven Sammelns der eigenen Körperdaten zum Megatrend. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen drei spannende Unternehmen, welche neue Wege im Umgang mit dieser Technologie aufzeigen.

WearSens

Was auf den ersten Blick wie eine Hundemarke aussieht erweist sich bei genauerer Betrachtung als nützliches Selftracking Tool. WearSens ist ein Projekt der University of California Los Angeles (UCLA) und hat erreicht, was bisher nicht möglich war: WearSens kann anhand der Schluckbewegung und der dadurch ausgelösten Vibrationen messen, welche Art von Nahrung aufgenommen wird. Das System befindet sich noch im Entwicklungsstadium und kann bisher feste und flüssige Nahrung unterscheiden sowie das allgemeine Nahrungsaufnahmeverhalten tracken. WearSens unterstützt seine Träger dabei, sich gesund zu ernähren: Die zugehörige App zeigt an, ob man ausreichend trinkt, ob man Mahlzeiten regelmässig einnimmt und ob man sich für das Essen genügend Zeit nimmt. Und natürlich soll das System auch bei der Gewichtsreduktion helfen.

SleepImage

Dass der gesunde Schlaf für viele Menschen ein zentrales Problem darstellt, zeigen die Unmengen an Apps zu diesem Thema. Die meisten Geräte und Programme sind allerdings nur bedingt seriös und bieten wenig Mehrwert. Dies liegt unter anderem daran, dass die professionelle Auswertung und die Genauigkeit der Daten mangelhaft ist. SleepImage hat sich diesem Problem angenommen und laut Wired eine effektive Lösung gefunden: Eine kleine ovale Platte wird in Herznähe auf die Brust geklebt und sammelt über Nacht eine Unmenge an Daten. Diese Daten kann man auf eine Online-Plattform hochladen und gegen eine jährliche Gebühr professionell auswerten lassen. Sind genügend biometrische Daten vorhanden, kann ein Arzt eine entsprechende Diagnose wie z.B. Schlafapnoe stellen und entsprechende Ratschläge erteilen.

Beeminder

Beeminder ist eine Online-Plattform, auf der man Verträge mit sich selbst abschliessen kann, um bestimmte Ziele zu erreichen. Solche Ziele können beispielsweise die Fitness, die Produktivität, das Geldausgeben oder das Lernen betreffen. Die Erfolgskontrolle erfolgt entweder durch manuelle Eingabe oder über diverse Wearable Devices, die mit dem Konto verknüpft werden können. So setzt man sich beispielsweise das Ziel, jeden Tag 50 Liegestützen zu machen, und legt einen Geldbetrag für dieses Ziel fest. Erreicht man das Ziel nicht, wird der Betrag von der Kreditkarte abgebucht. Seinen Fortschritt kann man natürlich online abrufen und in bunten Diagrammen betrachten.

Apple Watch als Wegbereiter

Der Media Use Index der Y&R Group Switzerland zeigt, dass 8 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung über ein Wearable Device verfügt, das sie unter anderem für das Self–Tracking einsetzt. Cisco geht davon aus, dass es bis 2018 weltweit 177 Millionen Wearable Devices geben wird – ein stark wachsender Markt mit viel Potential also. Pioniere wie WearSens zeigen auf, dass technologische Entwicklungen Türen zu neuen Märkten öffnen. SleepImage ermöglicht durch effektive Beratung, die Lebensqualität ihrer Kunden zu verbessern, und Beeminder hat ein neues Geschäftsmodell aus dem Trend abgeleitet. Quantified Self wird –nicht zuletzt durch Lifestyle-Produkte wie die Apple Watch – salonfähig. Der Weg für Neues ist geebnet!

(Foto: Christopher Michel)

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