WhatsApp als Referrer auf dem Vormarsch

4 years ago by in Content Marketing, Mobile, Mobile App, MUI, Performance Marketing, Social Media Tagged: , ,

Harvard-Studie beleuchtet «Dark Traffic».

Vor zwei Monaten haben wir an dieser Stelle erwähnt, dass WhatsApp für 50 % der Schweizer Konsumenten und Konsumentinnen zu den drei wichtigsten Apps auf ihrem Smartphone gehört.

Diese Erkenntnis ist besonders in Verbindung mit zwei weiteren Phänomenen aus der jüngsten Vergangenheit bemerkenswert: Vor einem Monat hat «Business Insider» einen Beitrag publiziert, in dem von mysteriösem «Dark Traffic» bei der britischen Zeitung «The Guardian» die Rede war. Kurz zusammengefasst: Die Zeitung konnte nicht mehr feststellen, woher ein Teil ihrer Online-Leserschaft kam. Das heisst, wo Web-Analytiker vorher eindeutig sagen konnten, von welchen Webseiten aus einzelne Beiträge angeklickt wurden, ob von Google oder von Facebook, schien jetzt plötzlich ein Teil der Leserschaft nicht mehr zuordenbar zu sein.

Diese Tatsache ist nicht unerheblich, hat die eindeutige Bestimmung der Referrer auch einen Einfluss auf das Ausmass, in dem Werbebudgets einzelnen Plattformen zugewiesen werden: Wieso in Google AdWords investieren oder bei Facebook Reichweite einkaufen, wenn das Publikum von woanders herkommt?

WhatsApp wird rege genutzt, um Content zu teilen

Jetzt scheint eine Studie des NiemanLab, einer Abteilung der Harvard University, Licht in diese «dunklen» Vorgänge zu bringen. Die Forscher untersuchten Daten, die ihnen vom spanischen Fussballclub Valencia CF zur Verfügung gestellt wurden. Der Fussballclub hat in der Mobile-Version seiner Webseite neben den üblichen Facebook-, Twitter- und Google-Buttons einen WhatsApp-Knopf installiert. Im Unterschied zum «The Guardian» hatten die Spanier aber einen sogenannten URL-Parameter installiert, der es ihnen erlaubte, festzustellen, welche Möglichkeit ihre Fans nutzen, einzelne Beiträge zu teilen: War ein WhatsApp-Button vorhanden, nutzen fast 50% der Mobile-Leser der Website von Valencia CF diese Möglichkeit und nur noch rund 25% Facebook.

Chat-App als Erfolgsfaktor im Content Marketing

Diese Resultate und die zunehmende Bedeutung von Smartphones allgemein haben gerade für Content Marketing entscheidende Implikationen. Erstens: Die Möglichkeit, einer Person direkt einen Link aufs Smartphone zu schicken, wird rege genutzt. Zweitens: Was über WhatsApp kommt, ist in der Regel für eine Person oder Personengruppe bestimmt und nicht für alle «Friends» oder «Followers». Das ist eine klare qualitative Verbesserung. Drittens: Diese Art zu teilen macht den Content nicht nur persönlicher, es macht ihn auch wertvoller.

WhatsApp-Share-Button wird obligatorisch

Dass ausgerechnet eine Chat-App die Quelle des bisher unidentifizierbaren «Dark Traffic» sein soll, ist eine gute Nachricht. Die Konsumenten scheinen nämlich gar nicht so sehr von Google oder Social Media abhängig zu sein, um an interessante Inhalte zu gelangen, wie man meinen könnte. Für viele Websites wird durch diese Studie der WhatsApp-Share-Button auf den Mobile-Versionen obligatorisch werden.