Warum die Apple Watch funktioniert

3 years ago by in Allgemein, Mobile, Mobile App, Technologie, Trends, Y&R Group Switzerland

Jede Uhr erfüllt einen besonderen Zweck.

Ich weiss nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich liebe Uhren und besitze auch ein paar … meine Frau würde sagen mehr als ein paar … Einige sind einfach, wie diejenige, die ich im Sommer am Strand trage: wasserdicht, buntes Armband, buntes Zifferblatt und Zeiger, stabil und robust – perfekt, wenn ich mit meinen Enkeln im Meer bade und dabei die Zeit nicht vergessen darf … Andere sind komplex, wie die automatische, relativ dünne Uhr mit grossem Zifferblatt, die mehrere Zeitzonen anzeigen kann … Sie ist aus rostfreiem Stahl mit Faltschliesse und ich trage sie, wenn ich mal wieder, was häufig vorkommt, die Welt bereise …

Dann habe ich die übliche Sammlung an Dresswatches und Sportuhren und coolen Designeruhren und die Uhr meines verstorbenen Grossvaters, die mir besonders am Herzen liegt … Und dann sind da diese sogenannten Komplikationsuhren … ich liebe und begehre sie, tue dies jedoch aus sicherer Entfernung, da jede davon ein kleines Vermögen kostet. Wie so viele Dinge erfüllen diese Uhren mehr als nur einen Zweck: praktischer Gegenstand, modisches Accessoire, Investition … kurz gesagt, sie haben sowohl emotionalen als auch funktionellen Nutzen und sind daher ein sehr angenehmer Besitz … für mich zumindest …

Die einzige Uhr, oder sollte ich sagen «Uhrsorte», die ich immer abgelehnt habe, ist die Uhr mit digitalem Zifferblatt, da ich sie ästhetisch nicht ansprechend finde und mir offen gestanden die Technologie etwas zu banal ist im Vergleich zu den komplexen Uhren Schweizer Machart … Man könnte fast denken, ich wäre technologiefeindlich … altmodisch, würde nicht mit der Zeit gehen – wer braucht heutzutage überhaupt noch eine Uhr? Wir alle haben doch unsere Telefone (Smartphone oder nicht)?! Ich könnte jetzt auch sagen ‚Mobilgeräte‘, auch wenn das nun die ‹Tragbar-Kategorie› erweitert und in etwa dasselbe wäre, wie einen Walkman aus dem letzten Jahrhundert mit einer Ghettoblaster zu vergleichen …

Aber zum Glück gibt es die Technikfans, die verstehen, dass wir Uhren weder brauchen noch wollen … So was von überholt, wirklich … und so ein Aufwand, das Ding mit sich herumzutragen. Aber wir müssen wissen, wie spät es ist, und telefonieren und SMS schreiben und posten und twittern … Sie verstehen, was ich meine. Nein, was wir brauchen, ist tragbare Technologie – Dinge, die wir am Körper tragen, und die Dinge tun wie die Zeit ansagen und mehr …

Die Apple Watch ist keine Armbanduhr

Doch wie immer ist Apple schlauer als die Schwätzer … Sie haben eine Uhr vorgestellt, die Apple Watch. Sie nannten sie nicht Apple Wearable oder erfanden eine neue Kategorie, sie nannten sie eine Uhr – genau wie bei dem Telefon, das sie vorstellten und das unser aller Leben veränderte, das iPhone … und ich möchte noch einmal daran erinnern, auf welche Art und Weise sie das erste Telefon auf den Markt brachten, unter Zuhilfenahme der Oscar-Verleihung in den USA und dieses Videos namens «Hello.»

HALLO!!! Ein Telefon … und doch so viel mehr … aber immer noch im Herzen ein Telefon – nehmt das, ihr digitalen Schwätzer … Und so verhält es sich mit der Apple Watch – die Vorstellung, dass meine Uhren irgendwie nicht tragbar oder von technischem Interesse wären, ist Unsinn und unter Apples Würde, weswegen sie auch die Schwarzseher und Trittbrettfahrer gleichzeitig ansprechen – sie halten sich an Menschen, nicht an Gelaber.

Ausserdem möchte ich die Aufmerksamkeit auf Googles Deal mit Tag Heuer für eine «Schweizer» Smartuhr lenken – sie setzen eins drauf und fokussieren sich immer mehr auf die emotionale Seite dieses speziellen Handgelenkschmucks. Aber täuschen Sie sich nicht, die jüngste Entwicklung im Bereich Uhrenmode bleibt ihrem Erbe treu – alles daran zielt auf Sparen, Managen, Maximieren ab … kurz gesagt, unser Bestes zu tun, um die begrenzteste aller Ressourcen, die wir haben, Zeit, mit Stil und Elan zu kontrollieren …

Zeit ist unsere wertvollste Ressource

Der Gründer von Apple hat die besten Worte gefunden: „Meine Lieblingsdinge im Leben kosten kein Geld. Es ist wirklich klar, dass Zeit die wertvollste Ressource ist, die wir haben.“ – Steve Jobs

Mach Apple nieder, wenn du möchtest … kritisiere den Preis (trotz der Worte von Jobs ist es eindeutig, dass Apple nichts verschenkt) und was es sonst bei Apple auch immer zu kritisieren gibt – sicherlich wird Android sie überholen, wie sie das immer getan haben – aber sie verstehen unsere innersten Wünsche und alle anderen folgen ihnen …

Nennen Sie sie also gerne Wearable, wenn es sein muss, und wenn Sie mögen, tun Sie so, als wäre es keine Uhr, aber am Ende des Tages wird nur die Zeit entscheiden … und wie Jobs gesagt hat, ist dies unsere wertvollste Ressource. Mein Gefühl sagt mir, basierend auf Erfahrungen, dass wir bereit sind, gutes Geld dafür zu bezahlen, um diese zu kontrollieren …

von David Sable, Global CEO Y&R